Nacktschnecke

Nacktschnecke kriecht auf feuchtem Erdboden (c) B-NK Andrea DeimelNacktschnecken sind wechselseitig befruchtende Zwitter. Je nach Witterung legt jede Schnecke im Herbst ca. 800 runde, weiße Eier in Häufchen im Boden ab. Die Schnecken und ihre Eier überwintern im Boden. Bei feuchter Witterung sind sie direkt sichtbar. Lochfraß und Schleimspuren an Blättern sind ein sicheres Zeichen für Schnecken im Garten.

Schadbild [Symptome]

An Blättern und Blüten sind Rand- oder Lochfraßspuren und glänzende Schleimspuren sichtbar. Bei starkem Befall droht oft ein Totalausfall einzelner Pflanzen. Schnecken sind meist nur nachts aktiv. Ausgenommen an Tagen mit trüber, feuchter Witterung.

 

Vorbeugung

  • Die wichtigste und nachhaltigste Maßnahme ist die Förderung ihrer natürlichen Fressfeinde: Maulwurf, Spitzmaus, Igel, Blindschleiche, Eidechse, Laufkäfer, Erdkröte, Vögel
  • Für feine Krümelstruktur des Bodens sorgen und im Herbst nicht umstechen. Zwischen den groben Erdschollen finden die Schnecken gut Unterschlupf und legen auch ihre Eier ab.
  • Frühe Bodenlockerung im Frühjahr zerstört die Ruheplätze und lässt bei anschließenden Minusgraden die Eier gefrieren.
  • Schnecken brauchen viel Feuchtigkeit. Deshalb für Trockenheit sorgen. Morgens bewässern und die Pflanzen möglichst nur im Wurzelbereich gießen.
  • Gefährdete Pflanzen können mit einem Schutzstreifen aus saugfähigen oder getrockneten Materialien umgeben werden: Holzasche, Sägemehl, Steinmehl, Kalk, scharfer Sand, Eierschalen, Fichtennadeln oder ähnliches. Diese Barrieren müssen allerdings nach jedem starken regen erneuert werden.

 

 Abhilfe

  • Händisches Absammeln: Am wirksamsten ist das regelmäßige Absammeln der Schnecken am Morgen bzw. Abend oder nach Regen. Bewährt hat sich das Einrichten von Sammelplätzen aus alten Brettern oder ähnlichem, da sich die Schnecken hier gerne verkriechen. Das Überbrühen mit kochendem Wasser tötet die Schnecken in wenigen Sekunden. Im Gegensatz dazu führt das Bestreuen mit Salz zum qualvollen Tod.
  • Schneckenzäune sind sehr effizient. Sie sollten 10 cm tief im Boden versenkt sein, mindestens 20 cm über den Boden hinaus ragen und oben eine nach außen spitz abgewinkelte Kante von 5-10 cm besitzen.
  • Bierfalle: Einen halb gefüllten, großen Joghurtbecher in die Erde eingraben, etwa 2-3 cm herausragen lassen (zum Schutz der natürlichen Laufkäfer). Diese Lockfallen wirken vor allem für die kleinen, im Boden lebenden Schnecken und am besten innerhalb eines Schneckenzaunes, da sonst auch die Schnecken aus Nachbars Garten angelockt werden.
  • Jungpflanzen nachts schützen. Dazu ein Glas darüber stülpen.
  • Lockpflanzen - am besten abseits der Beete - aus schnell wachsenden Gewächsen wie Kresse, Senf oder Spinat locken die Schnecken weg von den Kulturpflanzen und erleichtern zudem das Absammeln.
  • Barrierepflanzen wie Salbei, Knoblauch, Majoren, Thymian um das Beet gepflanzt, wirken als Bollwerk und schrecken vor dem Weiterkriechen ab.
  • Verdünnte Tomatenblattjauche um die Kulturpflanzen gegossen, hält ebenfalls die Schnecken fern, muss aber nach jedem Regen erneuert werden.
  • Indische Laufenten sind hervorragende Schneckenjäger und können auch in einem kleinen Garten gehalten werden. Manche Züchter bieten auch einen Laufentenverleih an.
  • Nur Schneckenkorn mit dem im Biolandbau zugelassenem Wirkstoff Eisen III Phosphat ist unschädlich für Nützlinge, Haustiere und Kinder. Es ähnelt chemisch einem Bodendünger.

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